Bester Neobroker

Vor- und Nachteile, Tipps und Tricks

Vor knapp zwei Jahren hat Trade Republic das Neo-Broker-Segment nach Deutschland gebracht. Der Titel damals und heute: Deutschlands erster mobiler und provisions­freier Broker. Neu an dieser Art von Broker ist tatsächlich der kostenlose (oder sehr günstige) Handel von Wertpapieren. Auch die Benutzerführung beim Handeln ist neu und modern gemacht, kurz gesagt: einfach, intuitiv, reduziert. Meist können Kunden über eine Smartphone-App darauf zugreifen und sie dadurch jederzeit und überall nutzen.

 

1.
Trade Republic Erfahrungen

Handeln für 0 €

Das Berliner Fintech Trade Republic ist ein moderner provisionsfreier Broker, bei dem Wertpapiergeschäfte auf dem Smartphone erledigt werden können.

2.
Smartbroker Erfahrungen

Ab 0€ pro Order

Smartbroker überzeugt durch geringe Kosten und 20 Jahre Erfahrung. Sie bieten Ihren Kunden den Überblick über eine eigens entwickelte App.

3.
NSBroker Erfahrungen

Günstige Spreads ab 0,3 Pips verfügbar

NSFX wird von einer Gruppe proffesioneller Finanzexperten reguliert.
Die Entwicklung der technologischen Infrastruktur basiert auf den Grundsätzen eines tiefen Verständnisses der aktuellen Kundenbedürfnisse.
Das Ziel ist es, eine möglichst transparente und offene Handelsumgebung zu schaffen.

4.
Gratisbroker Erfahrungen

Immer 0 € Ordergebühren

Durch die über 20 Jahre Erfahrung des CEOs konnte ein komplett kostenfreier Broker erstellt werden, der keine Wünsche offen lässt.

5.
eToro Erfahrungen

Ordergebühren sind kostenlos

eToro ist ein führendes Fintech Unternehmen mit 10 Millionen Nutzern. Sie bieten ein Social Trading Netzwerk mit vielen innovativen Tools.

6.
justTRADE Erfahrungen

Keine Depotgebühren

JustTRADE handelt ohne Fremdkostenpauschale und ohne Provision. Sie bieten Sicherheit durch die Depotführung bei einer deutschen Bank unter Berücksichtigung der deutschen Abgeltungssteuer.

7.
1822direkt Erfahrungen

Mindestens 9,90 € pro Trade

Durch die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Sparkasse bietet die 1822 Direktbank als Tochterunternehmen eine hohe Sicherheit. Das Unternehmen bietet moderne Produkte, wie z.B. Direktbanking.

Seitdem sind mit Scalable CapitalSmartbroker und justTRADE weitere Neo-Broker auf dem Broker-Markt zuhause. Und das mit großem Erfolg bei der Neukundengewinnung.

Während die Neo-Broker zum Start nur mit einem limitierten Angebot in den Ring getreten sind, haben sie es umso schneller innerhalb weniger Monate ausgebaut. Auch in der nächsten Zeit werden sie wohl mit weiteren Neuerungen und Innovationen aufwarten. Wahrscheinlich ist es noch zu früh, um davon zu reden, dass die Neo-Broker „erwachsen” werden, aber fest steht: Das Konzept hat überzeugt.

 

Neo-Broker eignen sich ideal als Zweitdepot

Eines ist klar: Für das Gehaltskonto kommt niemand um eine Bankverbindung bei einer der klassischen Onlinebanken wie comdirect, Consorsbank, ING oder DKB herum. Dieses Angebot sucht man bei Neo-Brokern nämlich vergeblich. Sie sind rein auf den Handel von Wertpapieren ausgelegt. Wer gern ETFs handeln möchte, ohne groß über Kosten nachzudenken, richtet sich einfach ein Zweitdepot bei einem der neuen Broker ein.

Im Artikel Neue Broker-Welt: Neo-Broker machen ETF-Handeln und Sparen endgültig massentauglich haben wir die neuen den etablierten Brokern gegenübergestellt. Die Unterschiede sind eindeutig. Wie sieht es aber mit dem Vergleich der Neo-Broker untereinander aus? Dort gibt es teilweise große Differenzen.

 

Benutzerfreundlichkeit (Usability) bei nativen Apps am höchsten

Die Benutzerfreundlichkeit fällt bei den Neo-Brokern recht unterschiedlich aus.

Trade Republic und Scalable Capital mit ihren nativen Apps für das Smartphone liegen hier klar vorne. Die nativen Apps wurden von Grund auf neu designed und sind nicht nur grafisch ansprechend, sondern bieten den Komfort zeitgemäßer Apps wie zum Beispiel Pushnachrichten für Orderbestätigungen oder Limitüberwachungen.

Ein ganz wichtiger, leicht übersehener Aspekt: der Vorteil im Bereich Sicherheit bei den Mobile Apps. Einloggen oder Orderfreigabe gehen leicht mit FaceID oder Fingerscan. Das lästige Suchen nach PIN und TAN entfällt. Ein Geräte-Lock durch die Verknüpfung des Smartphones mit dem Depot erhöht die Sicherheit zusätzlich.

justTRADE bietet hingegen eine sogenannte „Web App”. Die funktioniert stabil und ist ebenfalls gut gemacht, verzichtet aber auf so manchen Komfort aus der nativen App.

Smartbroker ist aktuell nur auf dem Desktop verfügbar, arbeitet jedoch mit Hochdruck daran, im kommenden Frühjahr ein konkurrenzfähiges mobiles Angebot zu präsentieren.

Trade Republic Erfahrungen

Günstigster und Übersichtlichster Anbieter

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eToro Erfahrungen

Mit Social Trading professionelle Trader kopieren

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Preismodelle: von Flatrate-Handel bis komplett kostenlos

Große Unterschiede zeigen die Angebote auch bei den Gebührenstrukturen und der Handelbarkeit von ETFs. Das Vergütungsmodell der Neo-Broker basiert teils auf indirekten Vergütungen von Handelsplatz-Partnern und/oder Produktpartnerschaften beispielsweise mit ETF-Anbietern, wobei die Exklusivität im ETF-Angebot der Neo-Broker eine wichtige Rolle spielt. Als Folge müssen sich Kunden oft mit einer eingeschränkten Auswahl an ETFs, ETF-Anbietern und Handelsplätzen zufrieden geben.

Trade Republic scheint hier den größten Fokus zu haben. Dort gibt es nur ETFs von iShares und wenige WisdomTree-ETCs, die ausschließlich über LS Exchange gehandelt werden können. Dafür bezahlt der Kunde pauschal 1 Euro pro Order inklusive Fremdkostenpauschale. ETF Sparpläne sind immer kostenlos.

justTRADE bietet den Handel nur via LS Exchange und Quotrix an. Die Anzahl der ETF-Partner wurde sukzessive ausgebaut und umfasst mittlerweile alle großen Namen (Amundi, iShares, Lyxor, UBS, VanEck Vectors, Vanguard, WisdomTree und Xtrackers). Das Orderentgelt beträgt 0 Euro. Dafür setzt justTRADE eine Mindestorder von 500 Euro voraus.

Scalable Capital hat ein breit gefächertes Angebot im Gepäck, welches im Laufe des Jahres 2020 kontinuierlich erweitert wurde. Der Hauptbörsenplatz ist gettex, über den alle Sparpläne, ETF-Aktionen (PRIME Partner) und die PRIME BROKER-Flatrate abgewickelt werden. Auch die günstigsten Standardkonditionen gibt es via gettex (0,99 EUR pro Order oder Sparplanausführung, ein Sparplan kostenfrei). Seit Mitte Dezember 2020 ist für 3,99 Euro pro Trade plus Handelsplatzgebühren von 0,01 Prozent (mind. 1,50 EUR) auch der Handel über Xetra möglich. Das PRIME Partner-Angebot macht seit November über 560 ETFs von Invesco, iShares und Xtrackers durchweg kostenlos zugänglich (ab 25 EUR im Sparplan oder 250 EUR beim Kauf). Wer das komplette ETF-Spektrum kostenlos handeln will, kann das über die PRIME BROKER Trading-Flatrate für 2,99 Euro pro Monat tun.

Smartbroker kommt den etablierten Online Brokern mit einem umfassenden Angebot aller deutschen Handelsplätze zu Standardkonditionen von pauschal 4 Euro pro Order oder 0,20 Prozent pro Sparrate (mind. 0,80 EUR) am nächsten. Seit Mitte Mai 2020 gibt es bei Smartbroker aber auch ein Null-Euro-Angebot. Über gettex zahlen Kunden 0 Euro pro Trade (ab 500 EUR Mindestorder) und via Lang & Schwarz entsprechend je 1 Euro. Zudem gibt es ein kostenloses ETF-Sparplanangebot von über 270 Produkten der Anbieter Amundi, BNP Paribas und Xtrackers.

 

ETF Sparpläne bereits ab Sparraten von 10 EUR

Aufgrund der stetig steigenden Beliebtheit von ETF Sparplänen ist dieses Feature besonders wichtig. Klarer Gewinner ist Scalable Capital mit einem enormen Sparplanangebot von über 1.200 ETFs. Jeder angebotene ETF auf gettex ist bei diesem Broker gleichzeitig sparplanfähig. Smartbroker bietet derzeit rund 560 ETFs im Sparplan an. Trade Republic ist mit zirka 310 ETFs etwas abgeschlagen, da sich der Broker einzig auf Produkte des Anbieters iShares konzentriert. justTRADE hat leider noch keine Sparpläne im Angebot, das ist aber in Planung.

Smartbroker Erfahrungen

Depot Gebührenfrei

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Fans von Aktien-Sparplänen kommen ebenfalls auf ihre Kosten, da alle Neo-Broker (außer justTRADE) auch das Sparen in Aktien ermöglichen.

Bei den Mindestsparraten geht Trade Republic mit 10 Euro pro Monat voran. Auch Scalable Capital und Smartbroker liegen mit 25 Euro pro Monat unter dem Marktstandard und ermöglichen damit das Besparen eines einfachen ETF-Portfolios sogar mit relativ kleinen Sparraten.

 

Kundenservice auch am Telefon

Generell rücken die Neo-Broker beim Kundenservice vom Call-Center oder von den E-Mail-Anfragen der klassischen Online Broker ab. Die Basis bei Fragen oder Problemen sind umfangreiche Online-Hilfeseite (sog. „FAQs”). Diese reichen für viele Fragen aus, setzen aber eine gewisse digitale (Such- und Finde-)Kompetenz voraus. Trade Republic hat hier Vorbildfunktion und verwendet eine intelligente, thematisch orientierte Nutzerführung, die bei Bedarf auch in einem Kontaktformular enden kann.

Scalable Capital und Smartbroker nutzen Chat-Bots, die dem Nutzer Hilfe leisten. Als einzige Neo-Broker stellen diese beiden auch einen Telefonservice zur Verfügung.

In Foren taucht immer wieder negatives Feedback zum Kundenservice der einzelnen Anbieter auf. An der Qualität hat der ein oder andere also noch etwas zu arbeiten. Wir erwarten, dass sich das mit wachsenden Strukturen in diesen noch jungen Unternehmen in den kommenden Monaten verbessern wird. Wir betrachten diese Schwachstelle jedenfalls nicht als Hindernisgrund, dort ein Depot zu eröffnen. Denn auch die etablierten Broker glänzen nicht immer mit Top-Service. Mehr über die Bewertung der anderen Broker finden Sie in unserem Online Broker Vergleich.

Justtrade Erfahrungen

0€ für börsliche Orders

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Negativzinsen sind ein Thema

Die Depotführung ist bei allen Neo-Brokern grundsätzlich kostenlos. Leider hat das Thema Negativzinsen – oder freundlicher formuliert „Verwahrentgelt” – auch bei den Neo-Brokern Einzug gehalten. justTRADE verlangt Negativzinsen in Höhe von 0,5 Prozent auf das nicht investierte Kapital. Bei Smartbroker werden Negativzinsen fällig, wenn der Geldbestand 15 Prozent des Depotwerts überschreitet. Auf diesen Betrag werden den Kunden 0,5 Prozent pro Jahr in Rechnung gestellt. Scalable Capital und Trade Republic verlangen hingegen keine Negativzinsen.

 

Zweitdepot beim Neo-Broker liegt im Trend

Ein Zweitdepot bei einem Neo-Broker zu haben, liegt voll im Trend – und das nicht nur bei jungen Neu-Börsianern, sondern über alle Anleger-Generationen hinweg.

Bei genauerem Hinsehen weisen die Produktangebote und Preisgestaltung der Neo-Broker deutliche Unterschiede auf. Der Markt entwickelt sich sehr dynamisch und fast schon monatlich erweitern die Broker ihr Angebot. Während es bisher ausgereicht hat, Standardkonditionen und ETF-Aktionsangebote im Auge zu behalten, sind Anleger nun mit börsenplatzabhängigen Ordergebühren oder Trading-Flatrates im Preisdschungel konfrontiert. Das kann trotz günstiger Konditionen so manchen verunsichern.

Aus unserer Sicht hat das Angebot von Scalable Capital aktuell die Nase vorn. Die Kombination aus Usability und Handelsmöglichkeiten führt für uns die Rangliste an. Zudem ist das Sparplanangebot mit gut 1.300 ETFs enorm.

Wir rechnen in den nächsten Monaten mit weiteren Wettbewerbern in der Neo-Broker-Welt. Die Innovationsfreudigkeit dieser jungen, ehrgeizigen Firmen wird anhalten und die Angebote werden die etablierten Broker weiter in Bedrängnis bringen.

Daher sind im neuen Jahr Gegenreaktionen nicht nur zu erwarten, sondern wünschenswert. Die erste Reaktion konnten wir bereits bei flatex beobachten: flatex bietet jetzt mit flatex-next eine neue App für sein Online-Brokerage an, die bei den neuen Angeboten zumindest im Bereich Usability für Gegenwind sorgen soll.